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3 Dez

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A little bit salt in your life

1 Aug

Jedes Jahr wieder im Sommer habe ich mich gewundert, doch es ist mir nie in den Sinn gekommen darüber zu schreiben; doch es ist eine unumgängliche Wahrheit der japanischen Kultur.

melon in green ballJapaner essen ihre Wassermelone mit einer Prise Salz.

Kommt man zu Freunden zu Besuch, dann wird der Gastgeber entweder direkt den Salzstreuer auf den Tisch stellen, oder aber fragen, ob man den Salz mit seiner Melone möchte.

Ich liebe Wassermelonen. Ich bin Fan seit dem ich Melone essen kann. Insbesondere meine Teenager Jahre waren geprägt von Melonen-massakern in Ungarn auf der Finka meiner Großeltern oder eben in der Heimat, wenn Opa mal wieder mit einer Kofferraumladung Melonen aus Ungarn wiederkam.
Ich habe es geliebt hinter Melonentrucks hinterher zu fahren. So viele Melonen!
Die Straßen in Ungarn sind im Sommer teilweise leuchtend rot, weil so viele Melonen aus den offenen Trucks und Pferdekutschen gefallen sind.

Aber zurück nach Japan. Auch hier geht im Sommer so manch eine Wassermelone zu Bruch.
Ganz bewusst allerdings.
In Japan spielt man seit eh und je das „Suika Wari“. Was soviel wie „Melone teilen/brechen“ bedeutet.

Japanese summer fun game everyone loves Es ähnelt dem deutschen Topfschlagen, nur das eben der Preis nicht ganz so gut geschützt ist vor Schlägen und manierlich auf einer Plastikunterlage am Strand liegt.
Mit verbundenen Augen nun dreht man sich Kopf über 5-10 mal um den Schlagstock den man in der Hand hält und angefeuert von den Mitspielern versucht man die Melone zu treffen.
Es ist ohne Witz ein Supergaudi.
Einmal noch zu Uni-Zeiten haben wir das am Badesee gemeinsam mit Austauschschülern aus Japan gemacht. Die umstehenden Badegäste und grillenden Großfamilien haben uns skeptisch beäugt. Einer traute sich und fragte warum wir das denn machen würden.
Nach kurzem verdutztem in die Runde gucken wurde uns klar, es gibt einfach keine Erklärung dafür, warum man die Melone mit einem Stock aufschlägt, also fingen wir alle an zu lachen und der Herr ging wieder auf (Sicherheits-)Abstand.

Was bin ich froh, dass wir nicht noch einen Salzstreuer rausgeholt haben an dem Tag, als wir die aufgeschlagene Melone untereinander aufgeteilt haben. Die anderen Badegäste hätten uns für total bekloppt erklärt.

Um die Sache mit dem Salz aufzuklären, etwas Salz, in sehr geringen Mengen kann Süße untermalen und verstärken. Der Brauch des Salzes auf der Melone kommt aus einer Zeit, in der die Melonen noch nicht hochgezüchtet und sehr sehr süß waren. Man hat so zu sagen nachgesüßt und gleichzeitig noch den Mineralienhaushalt auf Vordermann gebracht.
Gefällt mir immer noch besser als die Philipinische Variante, bei der zusätzlich noch Granulatzucker über die Melone gestreut wird.

お大事に!

27 Jul

Es ist mal wieder soweit.

Juliane ist krank. *Nooooohohohooooo* *drama roll*

Jedes Jahr wieder, wenn es draußen richtig schön warm wird und drinnen die Heinzelmännchen Eiswürfel in die Klimaanlage füllen, dann bin ich krank; herzzerreißend, elendig krank.

On a different note: Mir ist es noch immer ein Rätsel, dass bis heute trotz „Teiden“ und „Super cool biz“ Klimaanlagen in Bahnen und Bürogebäuden konstant und ohne Sensorik für die tatsächlich benötigte Temperatur in geschlossenen Systemen auf 18° C eingestellt und Taifun artig Luft in den Raum spucken. Unfassbar! Man mag vermuten, wo Roboter Hände schütteln und Rolltreppen auch Kurven fahren, dass es doch wohl möglich sein muss Temperatursensorik zu nutzen um a) Kosten zu sparen und b) die Insassen GESUND und wohltemperiert durch Zeit und Raum zu bringen.

Zurück zu mir. Ich also huste und schnodder durch die Gegend was meine Schleimhäute hergeben. Ausblick auf Besserung gleich Null.
Mittlerweile erinnere ich von der Optik an einen Basset, weil mir vom Husten die Äderchen im Auge platzen und meine Augenringe sich unaufhaltsam vertical ausbreiten, da passend zur Bettzeit mein Hustenreiz immer expotential ansteigt.

O schmunzelt immer wenn ich Medikamente verweigere und versuchte mich – bis jetzt – nicht erfolgreich zum Arzt zu wegen. Doch nach 3 Nächten mit viel zu wenig Schlaf ist mir jetzt alles egal und ich werde mich nachmittags (nach der Arbeit – ha!) zum Arzt schleppen.

Davon mal abgesehen, dass ich Ärzten immer misstraue, habe ich auch nach 10 Jahren mit der Sprache noch immer meine Probleme, wenn es zum Arzt geht. (Natürlich fehlt mir hier auch das Training…s.o.)
Ich bin recht gut darin an Hand der Kanji zu erraten, welche Krankheit gerade im Fernsehen besprochen wird, allerdings hilft das nicht wirklich weiter bei einer Wald- und Wiesenerkältung.
Ich werde mir wohl nie merken können, dass Kopfschmerzen Zutsu heißt und das Tan „Auswurf“ bedeutet.

Umso besser, dass ich nicht die erste und einzige Kranke Deutsche in diesem Land bin.

Die Kanagawa international Foundation hat das Problem erkannt und einen Bogen entwickelt, der typische Krankheitsbilder, Symptome und Behandlungen auf zweisprachigen Blättern darstellt. In 18 Sprachen!
Faszinierendes Material, dass sollte es mal ernst werden sicher auch für euch hilfreich ist.

Eine Spielwiese für Sprachbegabte Hypochonder. Lasset die Spiele beginnen!

Übersicht Deutsch – Japanisch
Übersicht Englisch – Japanisch

メルケルと野菜スティックから分かるのNHKジレンマ

10 Mrz

10:30 Uhr Ausgangssperre auf dem Firmengelände.
Ruhe liegt über der Fabrikanlage bei MFTBC.
Keine Kunden oder Geschäftspartner weit und breit.
Klingt nach Weltendszenario, ist aber nur die Vorbereitung auf Mutti Deutschland.

Denn am heutigen Tage hat sich Frau Dr. Angelika Merkel angekündigt, unserer Bundeskanzlerin.

Die Dinge beim Namen nennen

Auf ihrer nur 30-stündigen Tour durch Japan, hat sie es sich nehmen lassen, neben einem Besuch im Zentrum für Zukunfts- und Robotik und einer Diskussionsrunde über Vergangenheitsbewältigung angesetzt durch die Linksorientierte Asahi Shinbun auch dem nun seit 10 Jahren japanisch-deutschen LKW und Bushersteller in seiner lokalen Manufaktur einen Besuch abzustatten.

Während der Podiumsdiskussion sagte Frau Merkel, was mir im Gedächtnis blieb, dass die Aufarbeitung unserer Vergangenheit, nicht zuletzt auch darauf beruht, dass „die Dinge beim Namen genannt wurden“.
Da Frau Merkel auf Deutsch sprach, wäre es spannend gewesen die japanische Übersetzung dieser Aussage zu hören.

Eine weitere Aussage die mir im Gedächtnis blieb, die allerdings vom Herrn Premier Abe stammt, lautet: „Japan werde sich proaktiv an Frieden stiftenden Maßnahmen beteiligen.“
Das klingt für mich weniger nach einem friedfertigen Angebot humanitärer und wirtschaftlicher Unterstützung, sondern nach einem stufenweisen Unterhöhlung des 9.Artikels der japanischen Verfassung und einer militärischen Aufrüstung im Geiste der amerikanischen „proaktiven (Kriegs)Friedenspolitik“.
Mit anderen Worten, als Frau Dr. Merkel sprach, hat Abe mal wieder nicht zugehört.

Wer sich nun fragt, wann kommt denn jetzt endlich das „Merkel und Ich“- Bild, der wird nun leider enttäuscht.

Das Merkel Bild

Nach dem gestern der offizielle medientaugliche Teil mit Deutschlandflaggen schwingenden niedlichen japanischen Kindern in Schulkostümen und kommunizierenden Robotern vorbei war, geht es heute weit weniger medientauglich als auf den gestrigen Veranstaltungen zu.

Denn, wo gestern nur die Bundeskanzlerin mit ihrem engsten Beraterstab durch Tokyo fegte, sind heute auf dem Firmengelände neben Frau Merkel auch mutmaßliche 20 Vorstandsmitglieder der führenden DAX Unternehmen mit von der Partie.
Dass hierbei die Sicherheitslage prekär ist, kann man sich ja vorstellen. Somit gibt es bei uns keine winkenden Mitarbeiter und eben auch keine Fotografen.
Frau Merkel fuhr elegant und passend in der S-Klasse vor und verschwand schnell in Richtung Linie.

Gegen 11:45 Uhr ist der ganze Besuch dann auch schon wieder vorbeigewesen. Besser ist das auch, denn wenn es um das Mittagessen geht, da verstehen die Mitarbeiter keinen Spaß. 12 Uhr ist Mittagspause. Kanzlerin hin oder her!

Trivia: Eine bemerkenswert peinlich berührende Stelle im gestrigen Nachrichtenprogramm auf NHK stellte der Moment dar, als Frau Merkel vor einem Jahr und zum heutigen Tag nebeneinander gezeigt wurde. In der Mitte eine Aufnahme von knallorangenen Karottensticks.

Aus dem Off die Sprecherin: „Nach einer schweren Verletzung im vergangenen Jahr, stellte Frau Merkel ihre Ernährung um und nahm ganze 10 Kilo ab, indem sie als Zwischenmahlzeit nur noch Gemüsesticks aß.“

Frauen sind vor allem zum Angucken da? Ja aber natürlich, und wer von der Kanzlerin lernt, der lernt auch das Abnehmen.
Das traurige hieran ist, die Anzahl derer die den schlechten Journalismus des NHK ankreiden und derer die sich erstaunt und begeistert zeigen, dass man mit Gemüsesticks 10 Kilo loswerden kann wiegen sich im Internet leider auf. Es lebe das Internet!

NHK Yasaisticks
Ich konnte das Foto aus dem entsprechenden Beitrag leider nicht finden, Ich hätte euch zu gerne an diese Augenschmaus teilhaben lassen. Also die Gemüsesticks meine ich.

Merkel at DaimlerDafür hier der „Cute Truck“ ein Truck entwickelt von Frauen für Frauen. …japanische Frauen, daher auch in Pink.

 

珍しくても珍しくない東京

27 Jan

Was für ein spannendes Wochenende doch das letzte war.
Typisch Tokyo –  und dennoch speziell.

Nach dem wir mit Freunden bis in den Sonntagmorgen gefeiert hatten, ging es nach Ergatterung eines Taxis in Richtung Meguro um 3 Uhr nach Hause.

Kommen sie aus Deutschland?

Alle Anwesenden waren Deutsche, sodass wir munter anfingen eben auf Deutsch los zuschnattern.
Als sich der Taxifahrer zu mir wandte, da ich auf dem Beifahrersitz saß und in sauberstem Deutsch fragte, „Kommen sie aus Deutschland?“ war erst einmal Ruhe im Auto.
Wer hätte ahnen können, dass unter den Zehntausenden Taxen in Tokyo von Samstag auf Sonntag Nacht gerade wir Herrn Morita erwischen, der Germanistik studiert hatte.

Der rüstige 70 Jährige überraschte dann auch mit der Zahl der Städte die er kennt und schon bereist hatte.
Insgesamt 15 mal ist er nach Deutschland bereits gereist nach dem er 4 Jahre Germanistik in Deutschand von 1968-1972 studiert hatte. Was für eine spannende Zeit!
Er darauf hin: „Ja da waren sie alle noch nicht dabei, was?“ Recht hat er.

Berlin vor und nach der Wende bereist, Neuschwanstein in jeder Jahreszeit gesehen und Städte bereist, bei denen ich mir nicht mal sicher bin, ob ich sie auf einer Landkarte richtig zu ordnen könnte.

Das letzte Mal war Herr Morita 2006 in Deutschland und spart seit dem auf seine letzte große Deutschlandreise.
In den letzten 43 Jahren seiner Taxifahrerkarriere hat er sich immer die Freiheit genommen zwei Wochen am Stück zu verreisen! Für Japaner fast schon gewagt.

Doch dieses Mal soll es ein ganzer Monat sein. Er will seiner Frau, seiner Tochter und Nichte anscheinend das ganze Land zeigen, dass er so liebt. Von Frankfurt nach Rothenburg, über Stuttgart, München und Neuschwanstein -„natürlich“- nach Erfurt, Berlin, Hamburg und Bremen soll auch dabei sein. 2016 ist es dann so weit.
Herrn Morita haben wir eine schöne Nacht und seiner Familie natürlich viel Spaß gewünscht.

Reisetipps wollte er übrigens nicht von uns hören. Wir hätten wohl auch nichts in petto gehabt, was der Gute nicht schon gesehen hat.

Schriller Glockenklang am Abend

Sonntag Abend dann gab es im Gebäude eine unverhoffte nachbarliche Zusammenkunft.
Gegen 22:30 sprang unsere Gegensprechanlage an und ließ uns wissen, dass in „unserer Nähe“ ein Feuer ausgebrochen sei. Wir mögen uns sofort in Sicherheit begeben. Das ganze wurde durch ein atembetäubendes Piepsignal verstärkt.
Das „in unserer Nähe“ veranlasste uns erstmal dazu beide in die Küche zu schauen, wir hatten allerdings alles ausgeschaltet. Letztendlich ging uns dann aber doch die Muffe und mit Jacke und Schuhen ging es schnell die 19 Etagen runter Richtung Eingang und Lobby.
Auf dem Weg trafen wir auch unsere britischen Nachbarn die ganz offensichtlich schon bettfertig waren und mit losen Pyjamahosen kämpften.

In der dritten Etage dann stank es gewaltig verbrannt und wir hechten schnell daran vorbei.
Unten dann waren alle versammelt. Man grüßte bekannte Gesichter und plauschte erst einmal.
Hunde mussten gleich Rudel weise beruhigt werden, während die anwesenden Kleinkinder seelenruhig weiterschliefen.
Nach nicht mal 5 min stand fest, eine Nachbarin hatte falschen Alarm ausgelöst. Was genau das im Bezug auf den verkokelten Gestank in Etage 3 bedeuten sollte, wurde nicht aufgeklärt, es schien aber sicher sich wieder in die eigenen 4Wände zu begeben. Der Alarm war bald abgestellt, sodass wir den Rückweg antraten. Naja antreten wollten.
Die Aufzüge hatten mit Verzögerung gestoppt und waren noch nicht wieder an und als es dann soweit war, war die Schlange lang.
Todesmutig, traten wir also den Rückweg zu Fuß an. Ein Fehler, wie sich heute herausstellen sollte. Wir hätte uns vorher stretchen sollen. *autsch*

Was mir im Nachhinein zu denken gab, war dass unsere ausländischen Nachbarn fast vollständig von der Nachricht es brenne im Haus erst unten im Erdgeschoss erfuhren. Ohne es zu merken, hatte ich die nur auf Japanisch erschallende Ansage aufgenommen und verarbeitet. Das rote Haus mit den drei Flügeln aufm Display ergab wohl nicht für alle direkt Sinn.
Insofern kann man froh sein, dass der Fehlalarm kam. So sind alle nun geschult.

Wehmutstropfen, der Alarm war so schnell zu Ende, dass Lola und PamyuPamyu gar nicht erst in der Lobby aufschlugen. Verdammt.

エクセルの分析ツール Data Analyze add in for Excel

22 Jan

English below

Wer hätte gedacht, dass das Internet mal etwas nicht weiß.
Beim Installieren auf meinem PC ist es passiert, dass Excel auf Englisch, aber die Add-ins auf Japanisch dargestellt werden.

Wer Datenanalyse machen will, der sollte ja schon wissen WAS er machen möchte, vielleicht hilft diese Liste dem ein oder anderen beim Arbeiten weiter.

PS: Die Sprache kann –außer wenn der Admin zickt- auch geändert werden.

+++++++

Who would have thought, that the internet does not hold all the answers.

While installing the add-in for data analysis on my PC I came across the problem that my Excel while set to be in English displays the add-ins in Japanese!
After searching a while in the WWW I gave up and created this list instead.
Who wants to do data analysis should most definitely understand WHAT one does want to do.
Therefore please find below this little list.

PS: The language of the add in’s can be changed – given your Admin likes you!

分散分析: 一元配置 Anova: Single Factor Anova: Einfaktorielle Varianzanalyse
分散分析: 繰り返しのある二元配置 Anova: Two-Factor with Rep Anova: Zweifaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung
分散分析: 繰り返しのない二元配置 Anova: Two-Factor w/ Rep Anova: Zweifaktorielle Varianzanalyse ohne Messwiederholung
相関 Correlation Korrelation
共分散 Covariance Kovarianz
基本統計量 Descriptive Statistics Populationskenngrößen
指数平滑 Exponential Smoothing Exponentielles Glätten
F 検定: 2 標本を使った分散の検定 F-Test Two Sample for Variance Zwei-Stichproben F-Test
フーリエ解析 Fourier Analysis Fourieranalyse
ヒストグラム Histogram Histogramm
移動平均 Moving Average Gleitender Durchschnitt
乱数発生 Random Number Generation Zufallszahlengenerierung
順位と百分位数 Rank and Percents Rang und Quantil
回帰分析 Regression Regression
サンプリング Sampling Stichprobenziehung
t 検定 t-Test: Paired Two Sample for Means

t-Test: Two-Sample Assuming Equal Variances

Zwei-Stichproben t-Test bei abhängigen Stichproben

Zwei-Stichproben t-Test: Gleicher Varianzen

t-Test: Two-Sample Assuming Unequal Variances Zwei-Stichproben t-Test: Unterschiedlicher Varianzen
z 検定 Z-Test: Two-Samples for Mean Gaußtest (GTest)

愛知県にも楽しい時間待ってます

12 Jan

Vor ein paar Wochen sind wir durch die Präfektur Aichi gefahren.
Der Grund war ein Missverständnis. Ein lustiges. Jedenfalls bis zur Abfahrt.
Im Nachhinein wurde von mir gefordert, ich sollte mir einen Führerschein zu legen.
Das war dann ganz und gar nicht mehr lustig. (‚-_-)

Das Missverständnis ging so:
O: Wollen wir über die Feiertage wegfahren?
J: Ja ok. Wohin?
O: Nach Ise?
J: Oh ja! Das ist toll. …aber die Fahrt ist ganz schön lang. So 5 Stunden.
O: Ach das schaff ich in 4 Stunden.
J: Ok dann buch ich das Hotel. *freufreu*

*Abfahrtstag morgens um 6 Uhr im Auto*
Ziel in Navi eingegeben. Verkehrslage am Wochenende sagt 7 h Fahrt an.
O glaubt es nicht und guckt sich die Strecke manuell an. Plötzlich:

O: Das ist doch ganz woanders!
J: Wie jetzt?
O: Na das liegt doch an der falschen Landzunge. Hier das ist die richtige Adresse.
J: ….ja wäre es, wenn wir nach Izu wollen.
O: Sag ich doch!
J: …. (^ ^;)

So fuhren wir also nach Ise. Allerdings gibt es dazu schon einen Eintrag, daher bitte hier –> nachlesen.

Auf der Rückfahrt, nach einem wunderschönen Tag in Ise und Umgebung, ging es nun also durch Aichi. Neu für uns beide. Daher hier nun mein Beitrag zu:

Was machen, wenn man durch Aichi muss und Nagoya schon gesehen hat.

Erster Halt war das nach Nagoya Castle zweitbekannteste Schloss der Region, dass Inuyama Castle. So sagte der Reiseführer.
Ich will ehrlich sein, der Ausblick von oben ist so lala, ABER das Schloß zu erkunden ist großartig!
Spoileralert: Saubere, intakte Socken ohne peinliches Motiv werden empfohlen. Miniröcke und/ oder Kleider sollte man nur tragen, wenn man seinen Hintermann sehr gut kennt.

Es gibt am Eingang der Anlage auch Kombitickets für das Schloss und das nahegelegende Meijimura. Welches mein Geheimtipp ist für diese Reise. Diese sollte man aber nur kaufen, wenn man gut zu Fuss ist. Da das hier angebotene Kombiticket keine Fahrten auf dem Meijimura-Gelände einschließt.

Das Meiji-„dorf“ trägt seinen Namen zu unrecht, denn es ist schon ehr eine Stadt. Die auf 1 km sich erstreckende Anlage ist ein Erlebnispark der besonderen Sorte. Aufgeteilt in 5 Zonen, kann man hier architektonisch und auch durch Ausstellungsstücken in den Gebäuden erfahren, wie das Leben sich in der Meiji-Zeit, dem Namensgeber dieser Anlage, veränderte. Nachdem in der vorangegangenen Edo Periode über 300 Jahre lang Japan für Ausländer unzugänglich war, war mit Öffnung durch die schwarzen Schiffe Perrys die Nachfrage nach allem ausländischen und denen im Ausland gemachten Fortschritten in dieser Periode groß. Ausländer waren gern gesehene Gäste und unter ihnen auch berühmte Architekten. Handelsbeziehungen wurden rasant aufgenommen und der Wille und Wunsch bei Japanischen Geschäftsleuten zu zeigen wie modern man war schlug sich dann auch in der Architektur nieder.
So stehen neben original Steinkathedralen, Hotelflügeln und ersten Stahlbrücken in diesem Park auch alte Gerichtsgebäude und Kabukitheater in ihrem alten Charme. Man mag beim Betreten von Kathedrale und Co. denken „nur kopiert“, doch achtet man auf Verzierungen und Aufbau, dann kann man die Zeichen der Shogune wiedererkennen und wer sich einmal die christliche Kirche angeschaut hat, die in einem traditionellen japanischen Holzhaus daherkommt und sich nur durch ein kleines Kreuz über der Tür verrät, der wird umso überraschter sein über das westliche Innenleben dieses Gebäudes. Daneben kann man in Krankenhäuser, Postgebäude und Kasernen schauen und über Ausstellungsstücke viel über den Umbruch in dieser Zeit und die Verbesserungen durch die Öffnung zur Welt erfahren. Einen kleinen Wehmutstropfen hat der Park: Sämtliche Erklärungen sind leider auf Japanisch verfasst. Wer also einen japanischen Bekannten hat, sollte diesen auf einen Tagesausflug einladen. Wer selbst dann noch nicht fertig ist, kann auch im Meiji-mura übernachten. Dieses erfordert allerdings eine Vorabreservierung. (s.d. die Website) Wem solche Freunde nicht zur Verfügung stehen, der sollte sich an die umfangreiche Wikipedia Seite halten, auf der alle Gebäude und Fahrzeuge mit Erklärung vermerkt sind.

Auf der Anlage verteilt sind Haltestellen für einen Bus mit Elektroantrieb und eine alte SL Dampflok fährt vom Nordeingang bis zur Mitte des Parks wo diese dann von einer der ersten Elektronischen Straßenbahnen der damaligen Zeit abgelöst wird und bis zum Südtor weiterfährt.
Diese Fahrten kosten alle jeweils zwischen 500 und 800 Yen. Man sollte sich die Kombikarte mit den Fahrten inklusive daher sehr gut überlegen. Die Größe des Parks sollte nicht unterschätzt werden, wir haben den Reiseführer noch verlacht als wir lasen, dass man sich mindestens einen halben Tag Zeit nehmen solle.
Wir haben dann in 2 1/2 h plus Pause gerade einmal Bereich 5 und 4 geschafft, ein Tagesausflug ist daher zu empfehlen.
Auf dem Gelände finden sich zahlreiche Essensstände, Restaurants und Cafés. Ums Leibliche muss sich also niemand sorgen.
Auch Mitbringsel gibt es an zahlreichen Orten zu kaufen, insbesondere im Bereich 2 in der Kaserne gibt es schöne Textilien und Schreibwarenartikel zu erstehen.

Das Meijimura kann vom Bahnhof Inuyama aus mit dem Bus innerhalb von 20 min erreicht werden.

Wer mit dem Auto kommt, hat die Möglichkeit am Nordeingang oder am Südeingang des Geländes zu parken für 700 JPY/Tag.
Leider sind trotz Auslegung der Anlage dort keine Hunde geduldet – auch nicht angeleint.
Von November bis Februar: 10 Uhr bis 16 Uhr (Montags geschlossen)
Von März bis Oktober: 9 Uhr bis 17 Uhr

Info

Was: Tagesausflug von Nagoya, 2 Tagesreise von Tokyo aus.
Wo: Aichi Präfektur
Wo genau: Inuyama-shi
Sehenswürdigkeiten: Inuyama Castle, Meiji-mura
Sollte man essen: …wenn man es mit seinem ökologischen Gewissen vereinbaren kann, dann definitiv den gegrillten warmen Seeaal.
Mitbringsel: Der Honig der Region hat eine gewissen Berühmtheit erreicht.
Beste Zeit: Das ganze Jahr durch
Links: Wikipedia Artikel, Meiji Mura Parkplan

よい年を!

31 Dez

Liebe Follower,

wieder ist ein Jahr herum. Auch dieses Jahr ein kurzer Überblick über die vergangenden 365 Tage.

Januar

Panorama 1War sehr kalt und sportlich. Es ging zum Ski fahren in die japanischen Alpen. Neben guten Erinnerungen und lustigen Fotos bleibt das Faustgroße Hämathom auf meiner Brust in Erinnerung.

 

Februar

Noch mehr Kälte und Schnee in Tokyo legen den Bahnverkehr fast lahm. Zum Assessmentcenter für meine neue Stelle schaffe ich es gerade noch so und mit klitschnassen Füssen.
Es folgt eine Erkältung und eine kräftige Mittelohrentzündung.

März

Na&DeDie Hochzeit meiner Gastschwester Natsuko findet auf Bali statt und der gemeinsame Urlaub ist so schön, dass wir überlegen im nächsten Jahr gleich nochmal los zu düsen.

 

April

TV-StarIch habe meinen ersten Auftritt im japanischen Fernsehen. Soviel zu meinem Ego. Gleichzeitig bekomme ich hohen Besuch aus Berlin. Meine Mutter besucht mich zum ersten Mal in Japan. Alte Freunde kommen fast zeitgleich zu Besuch und so ist das Haus den ganzen April über gefüllt.

 

Mai

Ich beginne meinen neuen Job bei MFTBC und starte direkt an der Produktionslinie. Spannend und Muskelkater intensiv.
Außerdem steht der „offizielle“ Umzug zu O. an und die damit verbundene Einzugsfeier.

Juni

Auf Arbeit ist man nun voll integriert und hinterlässt seine Spuren im Betrieb. Privat ein sehr ruhiger Monat.

Juli

Es geht für 2 Wochen beruflich nach Stuttgart – eine intensive, spannende und aufschlußreiche Zeit. Zum Ende schaffe ich es noch meine Tante und Eltern in Frankfurt zu treffen, bevor es auch schon wieder in Richtung Heimat geht.

August

IMG_1460Es geht nach Taiwan auf eine Stipvisite. Es ist viel zu heiß und sehr lecker. Kommen mit extra Pfunden und einem leichten Sonnenstich wieder.
Zum Ende des Monats steht mein Geburtstag an, der so tortenlastig wie noch nie war! Inklusvie einer epischen Geburtstagsfeier. Ich musste hoch und heilig versprechen nie wieder Balloonschlangen aufzublasen. Nie wieder.

 

September

Auf Arbeit steht ein Abteilungswechsel an, inklusive Umzug, der zum Verlust meines Schranks führt. Alles findet sich glücklicherweise wieder an.
Auf Grund eines lustigen Missverständnisses fahren wir unverhofft nach Ise und verbringen ein schönes Wochenende mit Stipvisite im Meijimura.

Oktober

Halloween Noch einmal hoher Besuch, dieses Mal aus dem Hause O. Seine Eltern sind für 2 Wochen bei uns um den japanischen Herbst voll auszunutzen.
Zum Ende des Monats wird es gruselig auf der Nachbarsparty. Wir machen uns einen riesen Geikel daraus in Kostümen im Aufzug hoch und runter zu fahren und die zusteigenden Nachbarn zu erschrecken. hihihi

 

November

IMG_1970Es geht zum Aufwärmen in die Berge und zu heißen Quellen. Eine Wohltat. Außerdem ein Fernsehteam intensiver Monat. Wir werden insgesamt dreimal gestoppt und um ein Interview gebeten. Zu ehr lahmen Themen.

 

Dezember

Tokyo WeihnachtsskylineEs gibt eine Nikolausfeier bei uns daheim mit freudigen Nachrichten aus dem Bekanntenkreis und vielen neuen Gesichtern, die wir hoffen auch in Zukunft öfter bei uns zu sehen. Das zweite Projekt auf Arbeit ist gut abgeschloßen und es geht über die Festtage heim um einige der Familienmitglieder das erste Mal nach langer Zeit mal wieder in den Arm zu schließen.

Dieses Jahr war trotz der wenigen Urlaubstage ein Reiseintensives Jahr und wir haben das Auto in Japan zu schätzen gelernt, trotz der Unannehmlichkeit Stau.

Allen wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2015!

 

 

 

静岡の茶田を探して見た。

17 Dez

Zu Beginn des Herbstes sind wir mit Bekannten in unserem weißen Flitzer einen Tag raus nach Shizuoka gefahren. Anreiz war so ein ähnliches Werbebild. Teeplantagen vor Fuji Panorama in ShizuokaUnsere Bekannte fand die kugeligen Teeplantagen im Vordergrund so schön, dass sie diese sehr gerne live und in Farbe sehen wollte. Wir selber waren auch noch nie richtig in Shizuoka, also fanden wir uns zusammen.
Lustig ist, dass wenn man diese Plantagen im Internet sucht, man viele Bilder findet, jedoch nicht eine einzige Adresse oder Pin.
Wage machten wir ein „Interessendreieck“ zwischen Fujikawa, Fujinomiya und dem Berg Fuji selber aus. Dieses genügte um in den Navi etwas eingeben zu können und so fuhren wir los.
Einstellung: Es kann ja nicht so schwer sein diese riesigen Teeplantagen zu finden!
Auf dem Weg hielten wir an einem der vielen Parking Areas für eine kurze Pause und fanden nicht nur eine wunderschöne Aussicht über den See XY sondern auch eine Karte der Region, auf der Sehenswürdigkeiten vermerkt waren! Hah, wäre doch gelacht, wenn da nicht auch…nein leider keine Teeplantagen, aber der als Naturmonument bekannte Wasserfall Shiraito no taki war eingezeichnet und damit unser nächstes Ziel.

Shiranoito Wegweiser Shiraito no taki liegt etwas versteckt am Wegesrand, doch Parkplatzausschilderungen bereits 2 Kilometer zu vor helfen bei der Orientierung. Wer jetzt denkt, toll mit Auto…hab ich nicht!
Keine Sorge, es verkehren Busse vom nahegelegenden Bahnhof Fujinomiya aus. Die Wasserfälle an sich sind wunderschön und der einmalige Blick auf den Fuji ohne Werbeplakate, Stromkabel oder Gebäude davor ist es wert. Die Einheimischen wissen das auch und haben eine „Fotowiese“ mit Kameraständern eingerichtet. Sehr praktisch, wenn man keinen Japaner belästigen möchte und auf dem Foto nicht nur die Haarspitzen sein sollen.

shiraito no takiOtodome no taki

Der Weg zum Wasserfall hin ist mit Läden gepflastert, die allerdings nicht einfallsreich oder schön sind. Wer die üblichen Plasteschwerter, Kekse und Hello Kitty Mitbringsel sucht, wird allerdings fündig. Ein Laden führte interessante Reisweine, die einen zweiten Blick wert waren. Wer es vorbei geschafft hat an den Ständen, kann bereits ins ausgewaschene Tal schauen, dass der Wasserfall über Jahrhunderte hinweg geschaffen hat. OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Gelände ist gut zugänglich und sauber ausbetoniert. Wer nicht gerade Plateau und Highheels trägt, sollte seinen Spaß haben. Eine Brücke von der man einen zentralen Blick hat ohne nasse Füsse zu bekommen.
Den Rest sagen die Bilder.

Zurück zu unserem eigentlich Ziel: DIE TEEPLANTAGEN.
Wir fuhren also weiter. Zu erst einmal auf der Suche nach etwas zu Essen. Wer Shizuoka kennt, der weiß dass die Region berühmt für die Buchweizennudeln Soba und Wasabi ist. So fiel dann unsere Mittagswahl auch auf das typische Shizuoka Soba, welches etwas dicker und fester ist, als wie im Supermarkt üblich. Wie seine Kollegen jedoch auch lecker und nicht zu schwer.
Unsere Bekannte war leicht zerknirscht, weil immer noch kein Teefeld in Sicht, doch wir hatten ja noch nicht das gesamte Interessendreieck durchkämmt. Auf dem Parkplatz des Wasserfalls fragten wir Reiseführerinnen und Busfahrer, doch keiner konnte uns sagen, wo solche Felder zu finden seien. Während wir also weiter auf der Suche durch das ländliche Japan düsten, fand zu mindestens ich den absoluten Foto-Geheimtipp dieses Tagesausflugs (wenn im goldenen Herbst unterwegs).

Die Fuji Skyline.

Gelegen auf einer Serpentinenstrecke die u.a. auch die Bergstationen No. 2 bis No. 5 verbindet, womit wir uns also auch schon um die 1000 m über NN befanden, ist diese Aussichtsplattform (oder auch Parkplatz) so gelegen, dass man einen grandiosen Blick auf den Fuji und das sich um einen herum färbende Laub hat. Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und unseren Flitzer werbetechnisch davor gestellt. Flitzer Fuji (Der BMW Fahrer nebenan schaute erst komisch, aber bei unserer Abfahrt parkte er sein Gefährt dann auch nochmal um.)
Am frühen Abend vor Ort, hatten wir das Herbstlaub um uns herum auch noch schön von der tiefstehenden Sonne hinter uns angestrahlt. Perfekte Bedingungen also.
Leider war die Sonne dann auch schnell weg und es wurde nicht nur kalt sonder auch….oh je die Teeplantagen!

Kurzum: Wir fuhren ohne Werbefoto der Plantagen wieder zurück nach Tokyo. Mir tat unser Besuch echt Leid, doch sie ließ uns wissen, dass es ein schöner Tag war und auch ohne Plantagen war der Fuji ein großartiges Fotomotiv und auch die Landschaft und die Wasserfälle waren sehenswert.
Diese Aussage hat uns als Reiseführer natürlich sehr gefreut.

Trotzallem, sollte jemand wissen wo diese mysteriösen Teeplantagen zu finden sind, der lasse mich das bitte wissen, damit der nächste Besuch dann auch ein Foto mitnehmen kann.

Info
Was: Tagesausflug
Wo: Shizuoka
Wo genau: Rundum Fujinomiya-shi
Sehenswürdigkeiten: Mount Fuji(Fuji Skyline), Shiraito no take Wasserfälle, (Teeplantagen)
Sollte man essen: Soba und Tempura
Mitbringsel: Shizuoka Soba und rohe Wasabi Wurzeln
Beste Zeit: Herbst

野沢で新な温泉体験

23 Nov

Once in a while beschließt die sogenannte „Pillar-group“ (Prinzipiell die Aufreißergruppe meiner männlichen Arbeitskollegen…obwohl aufreißen jetzt so auch nicht stimmt…weil sie suchen die Frau für die Ewigkeit… egal.)
Jedenfalls von Zeit zu Zeit zieht diese Truppe los um in fremden Gefilden zu wildern.
Dieses Mal eine Onsen-Reise in Richtung Norden. Konkret: Nozawa-shi in Nagano-ken.
Aufgrund meiner umwerfenden Art und Weise, durfte ich die Herrenrunde begleiten. (^w^)v *yey* Ein Abenteuer!

Wir sind mit Auto wie immer zu einer unchristlichen Zeit losgefahren und dieses Mal doch tatsächlich am Stau vorbei! Dank C-san, hatten wir unser Raststättenfrüstück mit lecker Starbuckskaffee, denn C-san scheint alle Starbucks und Tully’s Raststätten im Kopf zu haben. (Ein wirklich mal nützliches Talent)

Viel wichtiger als diese Info – unser erster Stop:

Narai

Narai liegt auf halbem Weg zwischen Tokyo und Kyoto und markierte für die damaligen Wanderer auf dieser Strecke einen wichtigen Punkt. Die Stadt ist in den Jahren der Edo-Period zu großem Reichtum gelangt, in fact war es die reichste der Ruheposten im umgebenden Kiso Tal.
Zur Blütezeit gab es über 1000 wirtschaftliche Betriebe und ebenso viele traditionelle Holzgebäude der Periode. Leider sind nicht alle der 1000 Gebäude erhalten, doch entlang der Hauptstraße kann eine Vielzahl weiterhin betrachtet werden. Die restaurierten Gebäude sind wunderschön und jetzt im Herbst ist der Andrang nicht zu groß, sodass man gemütlich schlendern und sich die Gebäude von außen betrachten kann. Heute wie damals beherbergen sie Restaurants, Herbergen und Omiyage-läden. Besonderes Augenmerk sollte man nicht nur auf die Holzarbeiten am Äußeren der Gebäude legen, sondern auch auf die handwerklichen Raffinessen in den Läden. Die Gegen ist bekannt für Holzarbeiten und wer sich ein schlichtes aber hochwertiges Paar Stäbchen kaufen möchte, oder einen fein geschnitzes Namensschild oder Untersetzer sucht, der wird hier fündig.
Noch etwas edler wird es, wenn die Holzschalen mit traditionellem roten Lack überzogen sind. Eine filigrane Arbeit, von der man lange etwas hat.
Wer schon mal hier ist, der sollte sich in den zahlreichen Restaurants einen Teller Soba und am besten noch etwas Tempura gönnen. Ein Augen- und Magenschmaus!

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Wer die Zeit und Muse hat sollte sich noch die nahgelegende Narai Holzbrücke anschauen. Diese ist die längste Holzbrücke Japans und mit 900 m auch nur einen Katzensprung entfernt.

Nach dem Mittag ging es weiter Richtung Nozawa. Wer in Nozawa ankommt, sollte sich nicht vergraulen lassen. Die Stadt hatte ihre Glanzzeiten leider schon in den 80er Jahren und die Gegend ist ehr mausgrau betoniert als schön nostalgisch. Die Minshoku „Herbergen“ sind von außen etwas …lahm, alle samt von Innen jedoch gepflegt und sie servieren ein wunderbares japanisches Abendessen, was man sich nicht entgehen lassen sollte und am besten auch direkt mit zum Zimmer bucht.

Unsere Herberge lag am Stadtrand und ist ehr in der Skisaison beliebt, da der nächste Lift auf den Berg hoch nur 5 min entfernt liegt. Wer über ein verlängertes Wochenende fahren will, der sollte früh buchen!
Das Stadtzentrum ist touristisch gut erschlossen und sieht sehr schön aus, es finden sich immer wieder Hinweisschilder, sodass man die Onsen nicht verpassen kann.
Besonders schön: Wenn die Gäste der umliegenden Herbergen allesamt in ihren Yukata und Geta zwischen den Onsen, den sogenannten Soto-yu hin- und herlaufen.

IMG_1951Die 13 Onsen liegen in der Stadt verteilt, wer sich nicht sicher ist diese auf eigene Faust zu finden, kann an der Hotelrezeption diesen Stadtplan mit den eingezeichneten Onsen erhalten.
Die Onsen sind übrigens kostenfrei für Besucher, da die Anwohner der Stadt eine Steuer entrichten für die Bäder.

Diese Gastfreundlichkeit kommt daher auch mit entsprechenden Regeln.
Wer noch nie in einem Onsen war, sollte mit japanischen Freunden gemeinsam gehen, oder aber sich sehr genau über die Regeln informieren. Das Bild hier ist eine Kurzanleitung.

Onsen Regeln
Grundsätzlich würde ich einem Onsen-Unerprobten dringlichst davon abraten zum ersten Mal in Nozawa in ein Onsen zu steigen, da die Temperaturen sehr hoch sind.

Die Nozawa nehmen das „ins Onsen gehen“ sehr ernst und verstehen auch gegenüber Ausländern keinen Spaß.
Wer sich aber an die Regeln hält, kann im Becken sehr nette Bekanntschaften machen.

Achtung! In Nozawa gibt es Besonderheiten und Abweichungen von der Regel.
  1. Wassertemperatur: Sehr heiß. Es steht am Becken man solle darauf achten, „sich keine Verbrennungen“ zu zuziehen.       Man kann die Temperatur nirgends ablesen, aber man kann davon ausgehen, dass 50 Grad die Regel sind. Kein Witz!!! Daher gibt es auch Wasserhähne zur Kaltwasser Beimischung. Diese unbedingt beim ersten Mal nutzen! Außerdem mit einer Schüsseln unbedingt 5-10 mal das heiße Wasser zumindesten über die Beine und Arme kippen, bevor man zum ersten Mal reinsteigt.
  2. Wasserhähne: Diese Vorrichtung ist nur für Touristen. Wenn man also bestimmt, wenn auch höflich darauf hingewiesen wird, das Wasser abzudrehen, dann sollte man dieser Bitte umgehend Folge leisten, denn mit 100% Wahrscheinlichkeit sitzt man einem Einheimischen gegenüber. Wie bereits erwähnt, diese nehmen es sehr ernst.
    Sollte man es ohne Wasserzugabe nicht aushalten, lieber das Becken verlassen und zum nächsten weiterziehen.
  3. Reinigung: Ist zu tätigen bevor man ins Wasser steigt…so ist die Regel. Die Nozawa Einwohner jedoch steigen einmal ins Becken und seifen sich erst dann ein. Spülen sich sauber wieder ab und gehen zurück ins Becken. Habe ich so zum ersten Mal in Nozawa gesehen.
    Anders als in Onsen die zu bezahlen sind, gibt es in den öffentlichen Einrichtungen keine Schemel (die lokale Bevölkerung setzt sich einfach mit dem nackten Behind auf die Fliesen). Ebenfalls gibt es keine Seife oder Shampoo. Hotels und Herbergen halten diese vor für Gäste, doch im Zweifelsfall sollte man sich selber welche einpacken.
  4. Handtuch und Waschtuch: Handtücher stellen die Hotels zwar aus, es empfiehlt sich aber sein eigenes mitzubringen. Was den Waschlappen angeht, wo er in Tokyo und Co. nur dient um das Privateste abzudecken und es sich für den Kreislauf auf den Kopf zu legen, nutzen die Lokalen ihn sehr intensiv zur Reinigung und sind daher sehr erbost, wenn man ihn in das Onsenbecken hängt o der auf den Rand legt.

Wer nach der Baderei eine gute kühle Erfrischung brauch, der sollte am Soto-yu Ooyu rechts vom Gebäude in die kleine Bierbrauerei AJB abbiegen.
Tom, ein sehr netter Brite und seine Frau haben sich in Nozawa niedergelassen und brauen aus dem Soba der Region wirklich interessante Ale and Stouts. Im Sommer gab es auch Pfirsisch Weisse!!! Da geht mir natürlich das Herz auf als Berlinerin.
Die beiden leben schon lange in der Region und können sowohl zu den Leuten als auch der Gegend noch tolle Tipps geben.
Uns empfahlen sie, nachdem wir unser Leid über die Regeln geklagt hatten ein abgelegenderes Onsen, was zwar zu bezahlen ist, jedoch die Fahrt durch aus Wert sei. Und das war sie!

View from Magure OnsenBeim Maguse Onsen 馬曲温泉, dass ca. 14 km und eine halbe Stunde Fahrt entfernt ist von Nozawa, hat man einen wunderschönen Blick aus dem Außenbecken hinab ins Tal und über die Berghänge der Region. Am Besten man hat ein eigenes Auto, oder aber man lässt sich mit dem Taxi dort hinbringen. Ein Bus verkehrt auf der Strecke nicht.
IMG_1966Am Tag unseres Besuches war es neblig und suppig, keine schöne Aussicht also. Die Freude war also gedämpft, denn heißes Wasser hatten wir gestern ja schon.
Jedoch klarte es während wir im Wasser waren auf und die Sonne kam auch raus. Ein wunderschönes Ereignis.
IMG_1970Das Onsen ist mit den üblichen Annehmlichkeiten wie Aufenthaltsraum und einer soliden Küche ausgestattet. Kalte Milch aus den typischen Glassflaschen gab es natürlich auch. Auch hier natürlich eine Besonderheit: Außen und Innenbereich sind örtlich von einander getrennt. Wer also für das Aussenbecken anreist, sollte gleich sich zu diesem begeben und sich dort reinigen. Allerdings muss man dann die Seife selber mitbringen.
Öffnungszeiten: 7:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Eintritt: 510 Yen

Info
Was: 2 Tage- Ausflug
Wo: Nagano Präfektur
Wo genau: Nozawa-shi, Narai -mura,
Sehenswürdigkeiten: Narai Hauptstraße, Narai Brücke, Nozawa Onsenmura
Sollte man essen: Äpfel aus der Region und warme dampfende Knödel die mit Fleisch und dem Gemüse der Region gefüllt sind.
Mitbringsel: Apfelgelee oder eine Flasche gutes Stout von der AJB Brewery in Nozawa
Beste Zeit: Herbst bis Winter
Link: Stadtplan Nozawa, Maguse Onsen